Editorial
Die Botschaft der Farben
Mai 2012
Mögen Sie Apricot, liebe Leserin? Oder Mint, Citrus, Meeresblau und Perlmutt? In diesen Farben sind Sie in diesem Sommer voll im Trend. So las ich. Aber auch klassisches Weiß sei wieder angesagt. Bitte alles Pastell. In diesem Jahr brauche es keinen Mut; die Trendfarben lassen sich »unkompliziert tragen«. Lieber Leser, Ihnen ergeht es sowieso unkompliziert. Dennoch, der eher braune Anzug ist out, man kehrt wieder zum klassischen Anthrazit zurück. Ist das eine Farbe? Lederjacken in Schwarz lägen im Trend, las ich.
Gottlob sind wir keine Modezeitschrift. Dennoch wollen wir auf die Farben schauen. Sie geben der Schöpfung gleichsam Leben. Was wären wir ohne Farben in der Natur, in der Kunst und eben auch in der Mode, wozu nicht allein die Kleidung gehört. Auch die Frisöre kreieren Trendiges.
Nach Johann Wolfgang von Goethe, dessen Farbenlehre Generationen bewegt hat, sind die Farben »Taten und Leiden des Lichts«. Ja, sie sind, so möchte ich sagen, Spielformen des Lichtes, das uns in seinen abertausend Brechungen unglaublich viele Nuancen und Übergänge sehen lässt. Und wir Menschen verbinden mit den Farben bestimmte Stimmungen, auch Botschaften, im Alltag und am Sonntag, eben auch in der Kirche. Darüber machen sich die folgenden Seiten Gedanken. P. Geißler z. B. erklärt die liturgischen Farben. Und P. Altherr widmet sich einer Begabung, die wohl nicht viele Menschen haben: Sie können Farben hören.
Unsere Mai-Ausgabe kann Ihnen nicht helfen, herauszufinden, welcher Farbtyp Sie sind. Aber wir hoffen, dass Sie mit neuer Aufmerksamkeit die Schönheit der Schöpfung und des Lebens wahrnehmen und mitten im grauen Alltag erfahren, wie bunt und damit lebenswert das Leben ist.
P. Alexander Holzbach
Mai 2012 Erscheinungsdatum: 27. April 2012
Lesen Sie auch die Leseprobe dieser Ausgabe:
Farbenfreude ist weiblich
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Oh Gott!








